Siebdruck -> künstlerischer Siebdruck ->

Lars Ulrich Schnackenberg

Lars Ulrich Schnackenberg entwirft Kollagen aus Fotografien am Computer, die zumeist digital ausgegeben werden, und nur wenn Lichtbeständigkeit und Außentauglichkeit gefordert ist, im Siebdruck gefertigt werden.
wurde 1948 in Bad Reichenhall geboren. Nach einer Ausbildung zum Holzbildhauer in Oberammergau und einem Designstudium an der FH Augsburg, studierte er an der Universität der Künste Berlin bei Bernhard Heiliger als Meisterschüler.
1982 war er einer der Mitbegründer der Bildhauergruppe „Odious”. Er erhielt von 1982 bis 1984 ein Atelierstipendium der Karl-Hofer-Gesellschaft. Seit 1982 arbeitet er als freier Künstler sowie seit 1991 als Gastdozent an der Alanus Hochschule der Künste. Nationale und Internationale Ausstellungen und Beteiligungen von 1982 an.
Ab 2000 Arbeiten am Computer. Lars-Ulrich Schnackenberg lebte und arbeitete bis 1990 in der Tapetenfabrik Bonn-Beuel.

Gedenktafel für Albert Richter

Die 2003 geschaffene Gedenktafel für Albert Richter in Köln-Ehrenfeld erinnert an den Radrennfahrer Albert Richter, der seine Ablehnung des nationalsozialistischen Terrorregimes mit seinem Leben bezahlte.
Die Gedenktafel ist aus Acryl im Format 1060x810 mm und wurde mit drei Sonderfarben, einem Vierfarbsatz und einem weißen Hintergerund bedruckt. Die besondere Spannung dieser Arbeit lag in der Beschränkung des Materials auf insgesamt zwei Platten.

Bild
mit freundlicher Genehmigung von
Lars-Ulrich Schnackenberg
Gedenktafel für Albert Richter von Lars-Ulrich Schnackenberg

Über Albert Richter

"Albert Richter wurde 1912 geboren und wuchs in der Sömmeringstr. 72 in einem politisch geprägten Arbeitermilieu in Ehrenfeld auf. Nach dem Besuch der Volksschule in der Lindenbornstraße lernte er zunächst in der Kölner-Kunstfiguren-Fabrik in der Overbeckstraße, deren Inhaber Juden waren, das Figuristen-Handwerk, das auch sein Vater ausübte. Doch bald begann er zunächst heimlich auf dem Rennrad zu trainieren und fuhr, nachdem man schnell sein Talent entdeckt hatte, seit dem 16. Lebensjahr auch Rennen. Spätestens Anfang 1932 wurde er über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt.
Der Siegesflug des "Adlers" setzte mit dem Gewinn der Weitmeisterschaft bei den Amateurfliegem (Bahnradrennen) in Rom ein. Er wechselte bald ins Profilager und prägte mit sieben deutschen Meistertiteln und zahlreichen internationalen Erfolgen die Ära des Bahn-Radrennsportes in den 30er Jahren. Er wohnte aber, wenn er nicht Rennen im Ausland fuhr, weiterhin in Ehrenfeld und trainierte z.B. oft in der Rheinlandhalle.
Auch nach der sog. Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 hielt er treu zu seinem jüdischen Manager Ernst Berliner, obwohl die neuen Vorschriften Juden insoweit ausschlossen. Immer wieder verweigerte Albert Richter in der Öffentlichkeit bei offiziellen Anlässen demonstrativ provozierend den sog. Deutschen Gruß -1934 bei der WM führte dies zum Eklat. Insbesondere bei seinen Auslandsreisen machte er auch privat aus seiner offenen antinazistischen Haltung keinen Hehl.
Auch nach der Flucht seines Managers Berliner nach Holland, ließ er sich weiter von ihm betreuen. Seine in Sportkreisen sehr ungewöhnliche Anti-Haltung dem NS-Regime gegenüber blieb diesem natürlich nicht verborgen. Wegen seiner überragenden sportlichen Erfolge wurde er aber wie Max Schmeling u.a. zunächst geduldet.
Bei Kriegsausbruch 1939 ist seine Aussage verbürgt, dass er am liebsten nach Frankreich auswandern wolle, weil er in nicht auf seine "Brüder" dort schießen wolle. Der Gedanke auszuwandern wurde immer klarer als die Gestapo ihn und seine Familie bedrängte und versuchte, Richter trotz seiner bekannten Gesinnung zur Spionage für das NS-Regime zu erpressen. Am 31. Dezember 1939 machte er sich mit 12.700 Reichsmark an Devisen, versteckt in Rennradreifen, auf den Weg in die Schweiz. Beim Grenzübergang Lörrach wird das Geld nach intensiver Suche vom Zoll entdeckt und Richter wird wegen Devisenschmuggels ins Grenzgefängnis gebracht, wo er unter mysteriösen Umständen im Alter von 27 Jahren in der Nacht vom 2. auf den 3. Januar 1939 ums Leben kommt. Es spricht eigentlich alles dafür, dass ihn die Gestapo nach Folterungen erschossen hat. Offiziell heißt es verhüllend, er habe Selbstmord verübt.
1966 stellte Ernst Berliner, der die NS-Verfolgung überlebt hatte, Strafanzeige wegen Mordverdachts. Das nur äußerst halbherzig durchgeführte Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Lörrach brachte keine erhellenden Ergebnisse. Nach dem Krieg wurde Richter in einem Klima der Verdrängung der NS-Zeit und der erneuten Etablierung vieler in die Taten des NS-Regimes verstrickter Sportler und Funktionäre (wie Carl Diehm) weder als NS-Opfer anerkannt noch rehabilitiert. Erst 1996 wurde sein Grab auf dem Ehrenfelder Friedhof städtisches Ehrengrab und an die neue Radrennbahn in Müngersdorf, die seinen Namen trägt, wurde dann im September 1997 eine Bronzetafel angebracht mit der Inschrift "Gedenken an Albert Richter, Opfer nationalsozialistischer Unmenschlichkeit".
zitiert nach: http://www.kulturkoeln30.de/Galerie/Richter/albertrichter.htm

Literaturhinweis:

Renate Franz: Der vergessene Weltmeister. Das rätselhafte Schicksal des Radrennfahrers Albert Richter; Bielefeld 2007